Wer Wohnraum außerhalb der Großstädte sucht, findet im Durchschnitt weiterhin günstigere Angebote. Wie groß der Abstand ausfällt, hängt jedoch erheblich von Region und Marktsegment ab. Eine Auswertung von Kleinanzeigen für März 2026 zeigt bei Mietwohnungen ebenso deutliche regionale Unterschiede wie bei Einfamilienhäusern zum Kauf. Eine Analyse von ImmoScout24 für das erste Quartal 2026 macht zudem sichtbar, dass sich Angebot und Nachfrage selbst innerhalb einzelner Preisklassen teilweise deutlich unterscheiden.
Bundesweit lag die Angebotsmiete für Wohnungen in ländlicheren Regionen laut Kleinanzeigen im Median bei 9,08 Euro pro Quadratmeter, in Großstädten dagegen bei 12,36 Euro. Besonders groß war der Abstand in Hessen und Bayern: Dort lagen die durchschnittlichen Medianmieten in den untersuchten Großstädten jeweils rund 67 Prozent über dem Niveau ländlicherer Regionen. In Nordrhein-Westfalen betrug der Unterschied 42 Prozent. Am anderen Ende der Skala steht das Saarland mit lediglich vier Prozent. Auch die absoluten Mietpreise zeigen, wie unterschiedlich die regionalen Märkte sind. In den bayerischen Großstädten erreichte die durchschnittliche Medianmiete 17,56 Euro pro Quadratmeter, mit einer Spanne von 15,69 Euro in Regensburg bis 22,40 Euro in München. Die untersuchten Großstädte Sachsen-Anhalts kamen dagegen im Durchschnitt auf 7,35 Euro pro Quadratmeter.
Damit ist eine städtische Lage nicht zwangsläufig teurer als eine ländliche Region in einem anderen Bundesland. Für ländlichere Gebiete Baden-Württembergs ermittelte Kleinanzeigen beispielsweise eine Medianmiete von 11,87 Euro pro Quadratmeter, für Schleswig-Holstein 11,08 Euro und für Rheinland-Pfalz 10,60 Euro. Deutlich niedriger lagen die Werte auf dem Land in Sachsen mit 6,12 Euro, Sachsen-Anhalt mit 6,56 Euro und Thüringen mit 7,24 Euro pro Quadratmeter. Noch größer werden die Unterschiede beim Eigentum. Nach der Kleinanzeigen-Auswertung zahlen Kaufinteressenten für Häuser in den untersuchten hessischen Großstädten durchschnittlich 108 Prozent mehr pro Quadratmeter als in den ländlicheren Vergleichsregionen des Bundeslandes. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Abstand 82 Prozent, in Bayern 75 Prozent und in Sachsen 70 Prozent. Sachsen-Anhalt folgt mit 55 Prozent. Vergleichsweise gering ist das Stadt-Land-Gefälle dagegen im Saarland mit zwei Prozent und in Schleswig-Holstein mit 13 Prozent.
Dass günstigere Immobilien aber nicht automatisch stärker nachgefragt werden, zeigt die Analyse von ImmoScout24. Dafür wurden alle im ersten Quartal 2026 auf der Plattform zum Kauf angebotenen Einfamilienhäuser und die dazugehörigen Kontaktanfragen ausgewertet. Die Ergebnisse stellen jeweils dar, welchen Anteil eine Preisklasse am gesamten Angebot beziehungsweise an allen Kontaktanfragen einer Region hat. In den acht größten deutschen Städten konzentriert sich das Angebot stark auf das obere Preissegment. Mehr als jedes dritte angebotene Einfamilienhaus kostete dort über eine Million Euro. Konkret entfielen 34 Prozent des Angebots auf diese Kategorie, aber nur 24 Prozent der Kontaktanfragen. Anders sieht es bei Häusern zwischen 500.000 und 750.000 Euro aus: Sie stellten 27 Prozent des Angebots, vereinten aber 30 Prozent der Nachfrage auf sich. Im Umland der Metropolen verschiebt sich die Nachfrage deutlich nach unten. 47 Prozent der Kontaktanfragen galten Häusern zwischen 250.000 und 500.000 Euro, während lediglich 39 Prozent des Angebots in diese Preisklasse fielen. In den kreisfreien Städten war die Differenz ähnlich: 49 Prozent der Nachfrage trafen dort auf einen Angebotsanteil von 42 Prozent.
Im ländlichen Raum zeigt sich dagegen ein auf den ersten Blick überraschendes Bild. Fast jedes dritte angebotene Einfamilienhaus kostete weniger als 250.000 Euro: Der Angebotsanteil lag bei 31 Prozent, auf diese Preisklasse entfielen jedoch nur 26 Prozent der Kontaktanfragen. Die größte Nachfrage konzentrierte sich auch dort auf Häuser zwischen 250.000 und 500.000 Euro. 49 Prozent der Anfragen standen einem Angebotsanteil von 44 Prozent gegenüber. Damit zeigen beide Untersuchungen unterschiedliche Seiten desselben Marktes. Die Analyse von Kleinanzeigen macht deutlich, wie stark die Preise zwischen Großstädten und ländlicheren Regionen sowie zwischen den Bundesländern variieren. Die ImmoScout24-Daten zeigen wiederum, dass der Preis allein nicht darüber entscheidet, ob ein Angebot auf Nachfrage trifft. Gerade bei günstigen Einfamilienhäusern im ländlichen Raum ist das Angebot anteilig größer als das Interesse, während im Umland der Metropolen und in kreisfreien Städten Häuser zwischen 250.000 und 500.000 Euro stärker nachgefragt werden, als sie angeboten werden.
Für die Kleinanzeigen-Analyse wurden die Angebote auf der Plattform im März 2026 ausgewertet. Verglichen wurden je Bundesland die fünf größten Städte mit fünf kleineren Städten zwischen 5.000 und 50.000 Einwohnern. Grundlage waren die durchschnittlichen Medianpreise pro Quadratmeter für Mietwohnungen und Häuser zum Kauf. Die ImmoScout24-Auswertung basiert auf den im ersten Quartal 2026 angebotenen Einfamilienhäusern und den dazugehörigen Kontaktanfragen.


