Der deutsche Immobilienmarkt steht vor einer seiner größten Transformationsaufgaben. Über Jahrzehnte lag der Fokus vieler Investoren auf Neubauten. Mittlerweile hat sich die Perspektive verändert. Gestiegene Anforderungen an Nachhaltigkeit, der Wunsch nach einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen, knappe Flächen, vor allem in Top-Lagen, und veränderte Nutzerbedürfnisse und rücken den Gebäudebestand in den Mittelpunkt.
Umnutzung, Repositionierung und Revitalisierung sind deshalb längst keine Nischenthemen mehr. Für Investoren bedeutet das allerdings auch: Projekte werden komplexer. Bestandsgebäude bringen jeweils spezifische technische, rechtliche und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich, die sich aus ihrer Historie ableiten lassen.
Warum entscheiden wir uns dennoch bewusst für solche Projekte? Weil Revitalisierungen und Neupositionierungen die Möglichkeit bieten, wirtschaftlichen Erfolg, Nachhaltigkeit und den Erhalt identitätsstiftender Architektur miteinander zu verbinden. Genau diese Kombination macht Revitalisierungen für langfristig orientierte Investoren interessant. Wer ein Gebäude mit besonderer Historie an einem herausragenden Standort neu positioniert, schafft oft Werte, die sich häufig durch einen Neubau an der Stelle nicht erzeugen lassen. Und für Mieter können solche Objekte auf Neubauniveau sehr attraktiv sein.
Mehr als nur Sanierung
Eine erfolgreiche Revitalisierung bedeutet weit mehr als die Modernisierung eines Gebäudes. Ziel ist es, eine Immobilie so weiterzuentwickeln, dass sie den Anforderungen kommender Jahrzehnte gerecht wird, ohne ihre Geschichte und ihren Charakter zu verlieren.
Dabei geht es häufig um die Verbindung scheinbarer Gegensätze: Denkmalschutz und moderne Gebäudetechnik, historische Architektur und flexible Nutzungskonzepte, Bestandserhalt und höchste Nachhaltigkeitsstandards.
Ein Beispiel dafür ist das Central Parx im Frankfurter Bankenviertel. Das ehemalige BHF-Bank-Hochhaus war bei seiner Eröffnung 1965 mit 82 Metern Höhe das höchste Gebäude Frankfurts und zählt bis heute zu den prägenden Bauwerken der Nachkriegsmoderne.
Gemeinsam mit unserem Partner ABG Real Estate Group entwickeln wir das denkmalgeschützte Ensemble zu einem modernen Bürostandort mit rund 26.000 Quadratmetern Mietfläche weiter. Dabei bleibt die charakteristische Fassadenstruktur erhalten und wird gleichzeitig energetisch modernisiert.
Besonders reizvoll ist die Kombination aus ikonischer Architektur, einer einzigartigen Lage am Rothschildpark nahe der Alten Oper und der Möglichkeit, höchste Nachhaltigkeitsstandards umzusetzen. Mit Zertifizierungen wie DGNB Platin und WiredScore Platin entsteht ein Gebäude, das seine Geschichte bewahrt, neu interpretiert und die Anforderungen moderner Nutzer erfüllt. Solche Projekte zeigen, dass Revitalisierung kein Kompromiss gegenüber einem Neubau sein muss. Im Gegenteil: Oft entstehen dadurch Immobilien mit einer Identität und Ausstrahlung, die sich nicht neu errichten lassen.
Palais Rossmarkt: Historie bewahren, Zukunft gestalten
Noch deutlicher wird dieser Gedanke beim Palais Rossmarkt in Frankfurt.
Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Bankhaus errichtet und war über viele Jahrzehnte eng mit der Geschichte des deutschen Bankwesens verbunden. Heute zählt die frühere Deutsche Bank Zentrale zu den bedeutenden Kulturdenkmalen der Stadt.
Die markante Natursteinfassade, das historische Treppenhaus und der Frankfurter Saal werden denkmalgerecht restauriert. Gleichzeitig entstehen flexible Büroflächen unter Berücksichtigung moderner Gebäudetechnik einschließlich Smart-Building-Lösungen und nachhaltiger Energieversorgungssysteme.
SACHS Köln: Bestand und Neubau intelligent kombinieren
Nicht jede Revitalisierung folgt demselben Muster. Manchmal liegt die beste Lösung in der Verbindung von Bestand und Neubau. Das SACHS Ensemble in Köln, früherer Sitz einer traditionsreichen Privatbank im Central Business Dristrict, vereint zwei denkmalgeschützte Gebäude mit einem modernen Neubau. Historische Elemente wie Fassaden, Dachstrukturen und repräsentative Innenbereiche bleiben erhalten, während neue Flächen und zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Für Nutzer entsteht dadurch eine besondere Mischung aus architektonischem Charakter und moderner Funktionalität. Gleichzeitig lassen sich hohe Nachhaltigkeitsstandards erreichen, unter anderem durch die angestrebten Zertifizierungen LEED Gold und WiredScore Platin.
Auch dieses Projekt verdeutlicht, worauf wir bei Revitalisierungen achten: hervorragende Standorte, hochwertige Bausubstanz und die Möglichkeit, langfristig attraktive und nachhaltige Nutzungskonzepte zu etablieren.
Komplexität als Wettbewerbsvorteil
Revitalisierungen sind anspruchsvoll. Überraschungen im Bestand, denkmalrechtliche Anforderungen, technische Herausforderungen und komplexe Genehmigungsprozesse gehören zum Alltag solcher Projekte. Die Zukunft der Immobilienwirtschaft wird zu einem erheblichen Teil im Bestand stattfinden. Und genau deshalb haben Revitalisierungen ihren ganz eigenen Reiz.
Die HanseMerkur Grundvermögen investiert als eigenkapitalstarkes, mittelständisches Unternehmen in hochwertige Revitalisierungen und bringt sie nach Fertigstellung in Investmentvehikel ein, an denen sich deutsche und internationale Investoren gemeinsam mit der HanseMerkur beteiligen können. Für die Planungs- und Bauphase unserer vielfältigen Projekte setzen wir auf die Zusammenarbeit mit lokal verwurzelten Projektentwicklern. Die übergeordnete Steuerung sowie alle unternehmerischen Entscheidungen verbleiben dabei in der Verantwortung unserer Expertenteams.


