Aktuelles aus der Immobilienbranche Mitteldeutschland 2026 – Oktober

Dresden: Planungsteam für Wiederaufbau der Carolabrücke steht fest +++ Dresden: Sachsen investiert 26 Millionen Euro in Staatsstraßen +++ Erfurt: Mehrfamilienhaus in Brühlervorstadt zum Faktor 19 verkauft +++ Jena: Stadt lässt 38 Garagen für neue Grünfläche zurückbauen +++ Halle (Saale): Kommunale Unternehmen in Sachsen-Anhalt steigern Jahresgewinne auf 346,5 Millionen Euro +++ Leipzig: Sachsen investiert rund 40 Millionen Euro in Sanierung des Geutebrück-Baus +++ Jöhstadt: Handtmann übernimmt ehemaliges Schlaraffia-Werksgelände +++ Dresden: Sachsen bewilligt 95,9 Millionen Euro für Stadtentwicklung +++ Halle (Saale): Inflation in Sachsen-Anhalt steigt auf 3,2 Prozent +++ Leipzig: Bildungscampus am Lene-Voigt-Park für rund 120 Millionen Euro fertiggestellt +++ Dresden: Kommunalverbund für Region soll 2027 gegründet werden

Dresden: Planungsteam für Wiederaufbau der Carolabrücke steht fest

Der Dresdner Stadtrat hat sich für den Entwurf von FHECOR Deutschland und TSSB Planungsgesellschaft für den Wiederaufbau der Carolabrücke entschieden. Das Planungsteam soll noch im September 2026 mit den nächsten Planungsleistungen beauftragt werden. Der Baubeginn ist für Mai 2028 vorgesehen. Zunächst soll die Vorplanung abgeschlossen und der ausgewählte Entwurf anschließend weiter ausgearbeitet werden. Dazu gehören unter anderem die Statik, Straßenaufbauten, Entwässerung und Kostenplanung. Zudem müssen die Fachplanungen für Fernwärme, Beleuchtung und die Fahrleitungsanlage der Straßenbahn koordiniert werden. Danach folgen Abstimmungen mit Behörden, Versorgungsträgern und Verbänden sowie die Vorbereitung der Ausschreibung. Der Stadtrat hatte im Juni 2025 beschlossen, die Carolabrücke als Ersatzneubau wiederaufzubauen. Im anschließenden Verfahren erarbeiteten vier Planungsteams Entwürfe, die im Mai 2026 vorgelegt und anschließend fachlich sowie im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung „carolaVOTE“ bewertet wurden. Das Begleitgremium hatte sich bereits am 18. August 2026 für den nun ausgewählten Entwurf ausgesprochen. In die Entscheidung des Stadtrates flossen zudem die Einschätzung eines Fachexpertengremiums und die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung ein.


Dresden: Sachsen investiert 26 Millionen Euro in Staatsstraßen

Der Freistaat Sachsen stellt aus dem Sachsenfonds 26 Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau von Staatsstraßen bereit. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages hat die Mittel für 27 Vorhaben in acht Landkreisen bestätigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Erneuerung von Fahrbahnen. Insgesamt sollen rund 28 Kilometer Staatsstraße instandgesetzt werden. Hinzu kommen mehrere Ingenieurbauwerke, darunter Ersatzneubauten für die Brücken über die Gottleuba bei Hartmannsbach und die Flöha bei Olbernhau. Geplant sind außerdem Stützwände in Dürrröhrsdorf-Dittersbach und bei Schlottwitz sowie Felssicherungen im Kirnitzschtal. Drei der 27 Projekte dienen unmittelbar der Verkehrssicherheit an Knotenpunkten. Dazu gehört eine neue Lichtsignalanlage in Eilenburg. Die Auswahl der Projekte erfolgte nach Angaben des sächsischen Infrastrukturministeriums anhand des baulichen Zustands, der Verkehrssicherheit und der Umsetzungsreife. Der Großteil der Mittel soll 2026 und 2027 eingesetzt werden. Können einzelne Projekte nicht wie vorgesehen realisiert werden, sollen Vorhaben aus einer Nachrückerliste zum Zuge kommen.


Erfurt: Mehrfamilienhaus in Brühlervorstadt zum Faktor 19 verkauft

Eine regionale Immobiliengesellschaft hat ein Mehrfamilienhaus in der Erfurter Brühlervorstadt erworben. Verkäuferin war eine private Eigentümergemeinschaft. Die Immobilie wurde zum 19-Fachen der Jahresnettokaltmiete veräußert, der Kaufpreis wurde nicht genannt. Das um 1910 errichtete und kernsanierte Gebäude umfasst zehn Wohnungen mit insgesamt rund 700 Quadratmetern Wohnfläche einschließlich des ausgebauten Dachgeschosses. Zum Objekt gehört zudem ein großer Garten. Die Energieeffizienz liegt nach Angaben des Maklers in der Klasse C. Engel & Völkers Erfurt Commercial hat die Transaktion vermittelt und beide Parteien beraten.


Jena: Stadt lässt 38 Garagen für neue Grünfläche zurückbauen

Der Jenaer Stadtrat hat den Rückbau der Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ im Ortsteil Lobeda beschlossen. Die 38 Garagen sowie die versiegelten Zufahrten sollen entfernt und das Areal anschließend vollständig renaturiert werden. Die Umsetzung ist für 2027 vorgesehen. Die Stadt hatte die Garagenanlage 2025 erworben. Nach ihren Angaben wurde ein großer Teil der Garagen bereits seit Jahren nicht mehr genutzt, zudem befindet sich die Anlage in schlechtem baulichen Zustand. Nach dem Rückbau soll eine unversiegelte Grünfläche ohne neue Wege oder Platzflächen entstehen. Das Areal liegt im Überschwemmungsgebiet der Saale. Durch die Entsiegelung soll die Fläche künftig zusätzlich Regenwasser aufnehmen und bei Hochwasser als Rückhalteraum dienen. Die Maßnahme ist zugleich Bestandteil des Jenaer Hitzeaktionsplans und dort dem Bereich „Urbane Klimaoasen“ zugeordnet. Das Vorhaben wird gemeinsam mit der Umgestaltung des Parkplatzes an der Hans-Berger-Straße über das Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ gefördert. Die Förderquote beträgt 75 Prozent. Nach dem Stadtratsbeschluss sollen nun die Rückbau- und Freiraumplanung beauftragt und anschließend die Bauleistungen ausgeschrieben werden.


Halle (Saale): Kommunale Unternehmen in Sachsen-Anhalt steigern Jahresgewinne auf 346,5 Millionen Euro

Die kommunalen kaufmännisch buchenden öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in Sachsen-Anhalt haben 2024 zusammen einen Jahresgewinn von 346,5 Millionen Euro erzielt. Das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt. Insgesamt wurden 500 kommunale Unternehmen und Einrichtungen erfasst. Die 365 kommunalen GmbHs erzielten Umsatzerlöse von rund 5,66 Milliarden Euro und damit 204,8 Millionen Euro weniger als 2023. Bei den Eigenbetrieben einschließlich Sondervermögen stiegen die Erlöse dagegen um 57,4 Millionen auf 931,5 Millionen Euro. Die höchsten Gewinne entfielen mit 156,5 Millionen Euro auf die Energieversorgung. Gleichzeitig verzeichnete dieser Wirtschaftsbereich mit rund 2,52 Milliarden Euro den höchsten Materialaufwand, davon entfielen rund 2,21 Milliarden Euro auf die Elektrizitätsversorgung. Deutlich verschlechterte sich die Lage der kommunalen Krankenhäuser. Ihre Jahresverluste erhöhten sich von 23,2 Millionen Euro 2023 auf 49,4 Millionen Euro 2024 und damit um 113,1 Prozent. Mit 620,7 Millionen Euro entfiel zudem der größte Teil des Personalaufwands im Gesundheits- und Sozialwesen auf die Krankenhäuser.


Leipzig: Sachsen investiert rund 40 Millionen Euro in Sanierung des Geutebrück-Baus

Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) saniert den Geutebrück-Bau der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig für derzeit veranschlagte rund 40 Millionen Euro. Die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble laufen seit 2024 und sollen 2029 abgeschlossen werden. Saniert werden das Seminar-, Lehr- und Hörsaalgebäude. Vorgesehen sind unter anderem die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle, Arbeiten am Brandschutz und an der Gebäudetechnik sowie der barrierefreie Ausbau. Im Untergeschoss des Hörsaalgebäudes entsteht zudem ein zusätzlicher Hörsaal im ehemaligen Bodenmechanik-Labor. Mit der Aufstellung des Fassadengerüsts haben nach Angaben des SIB inzwischen die Kernarbeiten in allen Gebäudeteilen begonnen. Bereits abgeschlossen sind unter anderem die neue Medienführung auf der Hofseite, die Ertüchtigung der Holzbalkendecken im Seminargebäude und der Austausch der Bodenplatten im Untergeschoss des Lehrgebäudes. Die Außenanlagen werden ebenfalls neu gestaltet. Geplant sind neue Geh- und Verkehrsflächen, Stellplätze und Aufenthaltsbereiche. Für die Generalsanierung werden unter anderem Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung eingesetzt.


Jöhstadt: Handtmann übernimmt ehemaliges Schlaraffia-Werksgelände

Die Handtmann Unternehmensgruppe übernimmt das ehemalige Werksgelände der insolventen Aquinos Bedding Germany GmbH in Jöhstadt in Sachsen. Käuferin der mehr als 23.650 Quadratmeter großen Produktions- und Logistikliegenschaft ist die Handtmann Leichtmetallgießerei Annaberg GmbH aus dem benachbarten Annaberg-Buchholz. Auf dem Areal wurden zuvor Unterfederungen und Lattenroste unter der Marke Schlaraffia produziert. Nach der Einstellung des Geschäftsbetriebs von Aquinos Bedding Germany wurde im Zuge des Insolvenzverfahrens nach einer Nachnutzung für den Standort gesucht. Die Transaktion wurde von Insolvenzverwalterin Frauke Heier von Niering Stock Tömp gemeinsam mit Leo-Impact Consulting und Aengevelt Immobilien begleitet. ADVANT Beiten beriet die Insolvenzverwaltung rechtlich. Handtmann beschäftigt rund 4.700 Mitarbeitende und ist unter anderem in den Bereichen Leichtmetallguss, Systemtechnik, Kunststofftechnik sowie Anlagenbau tätig. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.


Dresden: Sachsen bewilligt 95,9 Millionen Euro für Stadtentwicklung

Sachsen stellt 2026 rund 95,9 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ für 51 Städte und Gemeinden bereit. Sechs Kommunen werden mit neuen Fördergebieten in das Programm aufgenommen. Auf sie entfallen im laufenden Programmjahr rund 23,6 Millionen Euro. Neu aufgenommen werden Boxberg/O.L. mit 2,4 Millionen Euro, Meerane mit rund 4,5 Millionen Euro, Meißen mit rund 1,9 Millionen Euro, Neukieritzsch mit rund 5,4 Millionen Euro, Penig mit rund 6,1 Millionen Euro und Wurzen mit rund 3,4 Millionen Euro. Die Mittel fließen unter anderem in die Sanierung und Umgestaltung von Ortszentren, Schulen, Kindertagesstätten, Wohngebäuden und öffentlichen Räumen. In Penig soll beispielsweise das Areal um das seit 2013 leerstehende historische Brauhaus zu einem gemischt genutzten Quartier entwickelt werden. Meißen plant unter anderem Maßnahmen am Freizeitbad Wellenspiel und am Park des Elblandklinikums. In Wurzen sind die Neugestaltung des Stadtparks und die Sanierung einer Grundschule vorgesehen. Für die sechs neu aufgenommenen Fördergebiete sind über die jeweiligen Programmlaufzeiten bis 2037 beziehungsweise 2040 insgesamt 66,2 Millionen Euro an Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Das Programm wird gemeinsam von Bund und Freistaat finanziert und richtet sich insbesondere an Quartiere mit Leerstand, Sanierungsbedarf sowie wirtschaftlichen oder demografischen Strukturveränderungen.


Halle (Saale): Inflation in Sachsen-Anhalt steigt auf 3,2 Prozent

Die Verbraucherpreise in Sachsen-Anhalt sind im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent gestiegen. Im Juli hatte die Inflationsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen. Gegenüber Juli erhöhten sich die Preise um 0,3 Prozent, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt. Größter Preistreiber war Energie mit einem Anstieg von 11,7 Prozent gegenüber August 2025. Kraftstoffe verteuerten sich um 28 Prozent. Für Diesel mussten 36 Prozent und für Superbenzin 25,8 Prozent mehr bezahlt werden. Heizöl einschließlich Betriebskosten war 31 Prozent teurer. Dagegen sanken die Preise für Strom um 1,7 Prozent und für Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,5 Prozent. Die Nettokaltmieten lagen 1,6 Prozent über dem Vorjahresniveau und 0,2 Prozent über dem Vormonat. Für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen die Preise binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent. Auch Übernachtungen verteuerten sich gegenüber August 2025 um 3,3 Prozent, waren gegenüber Juli jedoch 0,7 Prozent günstiger. Der Verbraucherpreisindex erreichte im August einen Stand von 127,7 Punkten auf Basis des Jahres 2020. Ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug die Teuerungsrate 2,2 Prozent.


Leipzig: Bildungscampus am Lene-Voigt-Park für rund 120 Millionen Euro fertiggestellt

Die Stadt Leipzig hat den neuen Bildungscampus am Lene-Voigt-Park eingeweiht. Zum Campus gehören die Wilhelm-Busch-Grundschule, die Schule Schraderhaus, die 125. Oberschule und eine bereits 2024 eröffnete integrative Kindertagesstätte. Insgesamt bietet der Standort Platz für knapp 2.000 Kinder und Jugendliche. Die Gesamtkosten für Kita, Grundschule, Sporthalle mit Außenanlagen und die Schule Schraderhaus belaufen sich auf rund 120 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen förderte den Neubau der Wilhelm-Busch-Schule einschließlich Sporthalle mit 14,4 Millionen Euro. Die Grundschule wurde als fünfzügige Schule neu errichtet und verfügt damit über drei Züge mehr als zuvor. Zum Campus gehört außerdem eine Sporthalle mit sechs Spielfeldern auf zwei Etagen und einer mobilen Tribüne für 199 Personen. Sie soll nach den Herbstferien genutzt werden können. Eine Mensa entsteht in der denkmalgeschützten ehemaligen Empfangshalle des Eilenburger Bahnhofs und soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Das denkmalgeschützte Schraderhaus am Täubchenweg wurde innerhalb von vier Jahren für 42,8 Millionen Euro zu einem vierzügigen Gymnasium für knapp 900 Schülerinnen und Schüler umgebaut.


Dresden: Kommunalverbund für Region soll 2027 gegründet werden

Die Landeshauptstadt Dresden und Kommunen aus dem Umland wollen ihre Zusammenarbeit in einem Kommunalverbund institutionalisieren. Die Gründung des „Kommunalverbunds Region Dresden e. V.“ ist für 2027 vorgesehen. Bis November 2026 sollen die politischen Gremien der beteiligten Kommunen und Landkreise über eine gemeinsame Absichtserklärung beraten. Ausgangspunkt ist die wirtschaftliche Entwicklung der Region, insbesondere das Wachstum der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden. Dadurch steigen nach Einschätzung der Beteiligten unter anderem die Anforderungen an Mobilität und Infrastruktur, Wohnraum sowie Industrie- und Gewerbeflächen. Diese Bereiche sollen zu den Schwerpunkten des künftigen Verbunds gehören. 2024 hatten zunächst 21 Städte und Gemeinden der Erlebnisregion Dresden eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit angestoßen. Künftig sollen fast 100 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Bautzen, Meißen, Mittelsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Dresden einbezogen werden. Der Freistaat Sachsen unterstützt den weiteren Gründungsprozess mit 253.475 Euro aus dem Förderprogramm Regionalentwicklung. Im nächsten Schritt sollen unter anderem Struktur und Finanzierung des Verbunds konkretisiert und eine Vereinssatzung erarbeitet werden.

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