Berlin: Verwaltungsgericht bestätigt Regulierung von Wohnen auf Zeit in Milieuschutzgebieten
Das Verwaltungsgericht Berlin hat eine Nutzungsuntersagung für temporäres Wohnen in einem sozialen Erhaltungsgebiet bestätigt. In dem Verfahren ging es um ein Wohngebäude in Neukölln, in dem die Eigentümerin 15 Wohnungen nur noch befristet und teilweise zimmerweise vermietet hatte. Das Bezirksamt hatte diese Nutzung untersagt. Nach der Entscheidung des Gerichts ist das Vorgehen des Bezirks zulässig. Damit können bestimmte Formen der gewerblichen Vermietung auf Zeit in sozialen Erhaltungsgebieten unterbunden werden. Gegen die Nutzungsuntersagung hatte die Eigentümerin geklagt. Seit dem 18. April 2026 gelten in Berlin verbindliche Verwaltungsvorschriften, nach denen die befristete Vermietung von Wohnraum in sozialen Erhaltungsgebieten grundsätzlich genehmigungspflichtig ist. Zeitmietverträge nach Paragraf 575 BGB sowie die befristete Untervermietung des eigenen Haupt- oder Zweitwohnsitzes durch Privatpersonen bleiben grundsätzlich genehmigungsfähig.
Nach Angaben der Senatsverwaltung ist der Anteil von Inseraten für möbliertes Wohnen auf Zeit an allen Berliner Wohnungsinseraten von 13 Prozent im Jahr 2012 auf 48 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Die mediane Angebotsmiete für möbliertes Wohnen auf Zeit erhöhte sich im selben Zeitraum von 14,37 auf 24,12 Euro je Quadratmeter.
Berlin: Neubaupreise steigen im August um 3,3 Prozent
Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser sind im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,34 Prozent gestiegen. Gegenüber Juli legten sie um 0,49 Prozent zu. Der entsprechende Europace Hauspreisindex (EPX) erreichte mit 245,26 Punkten einen neuen Höchststand. Der Gesamtindex für Wohnimmobilien erhöhte sich im Monatsvergleich um 0,15 Prozent auf 222,54 Punkte und lag damit 1,68 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Eigentumswohnungen betrug das Plus gegenüber Juli 0,14 Prozent und im Jahresvergleich 0,26 Prozent. Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser verbilligten sich dagegen gegenüber Juli um 0,26 Prozent, waren aber noch 1,26 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die von der VALUE AG ausgewerteten Angebotspreise zeigen im August ebenfalls nur geringe Veränderungen. Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Median für 2.666 Euro je Quadratmeter angeboten, 0,16 Prozent mehr als im Juli und 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei Eigentumswohnungen sank der Median gegenüber Juli zum dritten Mal in Folge um 0,30 Prozent auf 3.553 Euro je Quadratmeter. Im Jahresvergleich beträgt das Plus nur noch ein Prozent; zu Jahresbeginn hatte die Rate noch bei mehr als fünf Prozent gelegen.
Deutlich stärker entwickelten sich die Angebotsmieten. Sie lagen im August bundesweit bei vorläufig 9,93 Euro je Quadratmeter kalt und damit 1,5 Prozent über dem Juli-Wert sowie 5,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Frankfurt am Main: UrbView gewinnt PropTech Germany Award 2026
UrbView ist Gesamtsieger des PropTech Germany Awards 2026. Das Unternehmen analysiert Sicherheits- und Kriminalitätsdaten sowie städtebauliche Faktoren, um die Aufenthaltsqualität von Standorten und Quartieren zu bewerten. Die Auszeichnung wurde beim RE:Thought Leader Summit in Frankfurt am Main vergeben. Die Lösung berücksichtigt mehr als 15 Faktoren des städtischen Umfelds, darunter Beleuchtung, Sichtachsen und Nutzungsmuster. Daraus sollen Empfehlungen für die Gestaltung von Standorten abgeleitet werden, die bereits in frühen Planungsphasen eingesetzt werden können. UrbView gewann zugleich die Kategorie Projektentwicklung & Smart City. Insgesamt wurden elf Kategoriesieger ausgezeichnet. Dazu gehören Pelicad im Bereich Planen & BIM, SISTEMS bei Material, Bauteilen & Vorfertigung, INSTATIQ bei Bausteuerung & -ausführung, ENTENDIX bei Technical & Smart Building Operations sowie vaestro im Bereich Energieversorgung, -gewinnung & -speicherung. Weitere Preise gingen an spiri.bo, Lichtwart, AlphaPrompt, Funding Manager und RentalOne. Dem Wettbewerb waren die REAL Pitches im Juni auf der Real Estate Arena in Hannover vorausgegangen. 214 PropTechs präsentierten ihre Lösungen in 183 Live-Pitches. Eine 51-köpfige Fachjury bewertete die Unternehmen anhand von elf Kriterien. Bei der Ermittlung des Gesamtsiegers floss zusätzlich ein Publikumsvoting ein. Der von blackprint ausgerichtete PropTech Germany Award wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben.
Münster: LIVELY plant rund 100 Seniorenwohnungen im York-Quartier
Der Senior-Living-Betreiber LIVELY plant im Münsteraner York-Quartier rund 90 bis 100 barrierefreie Wohnungen. Der neue Standort „lively am Yorkpark Münster“ soll im zweiten Halbjahr 2028 eröffnen und wird der vierte Standort des Unternehmens. Die Wohnungen entstehen in den Obergeschossen eines Neubaus der „Neuen Mitte York“. Im ersten Obergeschoss und auf der Dachterrasse sind zusätzlich rund 200 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Die Wohnungen sollen nach EH-40-Primär-Standard errichtet werden. Das Gebäude wird mit Fernwärme versorgt und erhält Photovoltaikanlagen. Bauherr ist die Landmarken AG, die seit 2025 neben dem Hauptinvestor neworld auch an LIVELY beteiligt ist. Auf dem rund 9.400 Quadratmeter großen Grundstück entstehen zwei Gebäude mit insgesamt etwa 14.500 Quadratmetern Fläche. Neben unterschiedlichen Wohnangeboten sind Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe geplant. In den Erdgeschossen sollen unter anderem ein Lebensmittelmarkt und eine Drogerie einziehen. Für das Gesamtprojekt wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt. Die Neue Mitte ist Teil des rund 53 Hektar großen York-Quartiers auf dem ehemaligen Kasernengelände in Münster-Gremmendorf. Das Quartier umfasst insgesamt etwa 1.800 Wohnungen sowie Gewerbe-, Bildungs-, Nahversorgungs- und Freizeitangebote. LIVELY betreibt bereits Standorte mit 127 Apartments in Gronau und 44 Wohnungen in Duisburg-Duissern. Ein weiterer Standort in Mülheim an der Ruhr befindet sich in Entwicklung.
Berlin: Neue Grundschule in Staaken für 50,6 Millionen Euro eröffnet
Im Berliner Bezirk Spandau ist eine neue Grundschule an der Heerstraße 580 in Staaken eröffnet worden. Der Neubau mit einem Investitionsvolumen von rund 50,6 Millionen Euro hat bereits zum Schuljahresbeginn den Betrieb aufgenommen. Derzeit besuchen rund 125 Kinder die Schule, perspektivisch bietet sie Platz für etwa 432 Schüler. Die dreizügige Grundschule wurde innerhalb von zwei Jahren als sogenannter Compartmentschul-Typenbau errichtet. Sechs Compartments mit Stammgruppen-, Teilungs- und Teamräumen verteilen sich auf drei Obergeschosse. Im Erdgeschoss befinden sich Fachräume, eine Mensa und ein Mehrzweckraum. Zum Standort gehören außerdem eine Dreifeldsporthalle, die auch Vereinen zur Verfügung stehen soll, sowie ein Bolzplatz. Die übrigen Außenanlagen sollen bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Der Gebäudetyp wird im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive an insgesamt 16 Standorten realisiert. Durch die wiederholte Verwendung der Grundplanung sollen Planungs- und Bauzeiten verkürzt werden. In Spandau ist es nach der Lillian-Zeller-Grundschule der zweite dreizügige Neubau dieses Typs. Auf dem Schulgebäude wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 107 Kilowattpeak installiert. Das Projekt ist nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes mit der Qualitätsstufe Silber zertifiziert.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen realisierte den Neubau in Amtshilfe für den Bezirk Spandau. Goldbeck war als Generalunternehmen für die bauliche Umsetzung verantwortlich.
Berlin: Architektenkammer fordert Qualitätskriterien bei EU-Vergabereform
Die Bundesarchitektenkammer (BAK) fordert bei der geplanten Reform des europäischen Vergaberechts verbindliche Regelungen für Planungswettbewerbe und die Vergütung von Planungsleistungen. Den Vorschlag der Europäischen Kommission, Vergabeverfahren zu vereinfachen und stärker am Preis-Leistungs-Verhältnis statt am niedrigsten Preis auszurichten, bewertet die Kammer grundsätzlich positiv. Nach Auffassung der BAK müssen Planungswettbewerbe weiterhin rechtssicher möglich sein und die anschließende Beauftragung der Preisträger eindeutig geregelt werden. Werden im Rahmen eines Vergabeverfahrens bereits konkrete Entwürfe oder Lösungen verlangt, sollen die Mitgliedstaaten zudem eine angemessene Vergütung vorsehen können. Damit sollen insbesondere kleinere Planungsbüros nicht durch hohe Teilnahmeaufwände benachteiligt werden. Positiv bewertet die Kammer auch, dass der aktuelle Reformvorschlag nationale Gestaltungsspielräume bei der losweisen Vergabe vorsieht. Eine entsprechende Regelung war nach Angaben der BAK in einer im Juli bekannt gewordenen Entwurfsfassung noch nicht enthalten. Die Reform muss noch im Europäischen Parlament und im Rat der Europäischen Union beraten werden. Die BAK will sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren insbesondere für den Erhalt nationaler Gestaltungsspielräume und besondere Regelungen für Planungsleistungen einsetzen.
Berlin: Ferienhausverband warnt vor Einschränkungen bei Kurzzeitvermietungen
Der Deutsche Ferienhausverband (DFV) warnt vor pauschalen Einschränkungen von Ferienwohnungen im Zuge des geplanten Affordable Housing Act der Europäischen Kommission. Nach Auffassung des Verbands sollten Eingriffe in die Kurzzeitvermietung erst erfolgen, wenn anhand belastbarer Daten nachgewiesen ist, welchen Anteil sie am Wohnraummangel in einzelnen Gebieten hat. Der DFV verweist auf eine Studie des Joint Research Centre der Europäischen Kommission, wonach Ferienwohnungen europaweit rund 1,2 Prozent des gesamten Wohnungsbestands ausmachen. In touristisch geprägten Regionen liege der Anteil zwar höher, dort seien Ferienunterkünfte jedoch zugleich Teil der lokalen Tourismuswirtschaft. Nach Angaben des Verbands erzielt der Ferienhausmarkt in Deutschland jährlich rund 29 Milliarden Euro Umsatz. Als Grundlage für künftige Regulierungen sollen aus Sicht des DFV zunächst die neuen europäischen Daten zur Kurzzeitvermietung ausgewertet werden. Die entsprechende EU-Verordnung gilt seit dem 20. Mai 2026. In Deutschland regelt das Kurzzeitvermietungs-Datenaustausch-Gesetz den Austausch der Daten mit der Bundesnetzagentur. Der Verband argumentiert zudem, dass Einschränkungen touristischer Vermietungen nicht automatisch dazu führen, dass die betroffenen Immobilien anschließend als dauerhafte Mietwohnungen angeboten werden. Bei möglichen Regulierungen müssten deshalb neben der Situation auf den lokalen Wohnungsmärkten auch die Auswirkungen auf Tourismus und regionale Wirtschaft berücksichtigt werden.
Castrop-Rauxel: Goldbeck baut neue Feuer- und Rettungswache
Goldbeck plant und baut für die Stadt Castrop-Rauxel eine neue Feuer- und Rettungswache an der Habinghorster Straße. Das Projekt wird als öffentlich-private Partnerschaft umgesetzt. Nach der Fertigstellung übernimmt Goldbeck für 25 Jahre unter anderem Instandhaltung, Störungs- und Energiemanagement. Der Baubeginn ist für Herbst 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für Sommer 2029. Der Neubau soll Feuerwehr, Rettungsdienst und den Löschzug 3 Habinghorst an einem Standort zusammenführen. Geplant sind Fahrzeughallen, Verwaltungs-, Ausbildungs-, Ruhe- und Sozialräume, feuerwehrtechnische Bereiche sowie ein Hubschrauberlandeplatz. Durchfahrten im Erdgeschoss sollen kurze Wege zu den Fahrzeughallen ermöglichen. Vorgesehen ist zudem eine Schwarz-Weiß-Trennung zwischen belasteter Ausrüstung und sauberen Arbeits- und Aufenthaltsbereichen. Die neue Wache ersetzt den Standort an der Frebergstraße aus dem Jahr 1954. Vor Beginn des Neubaus werden bestehende Anlagen auf dem Grundstück zurückgebaut und das Gelände vorbereitet. An der Planung sind neben Goldbeck die SSP AG aus Bochum und brandenfels landscape + environment aus Münster beteiligt. Goldbeck will das Gebäude im KfW-40-Standard errichten und eine Zertifizierung nach der Anforderungsstufe Plus des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude erreichen. Vorgesehen sind Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer und ein digitales Energiemanagement.
Rostock: ESS Solutions eröffnet Standort für Energiesysteme
Die neu gegründete ESS Solutions GmbH eröffnet am 18. September einen Standort in Rostock. Das Unternehmen übernimmt in Deutschland operative Aufgaben für den Schweizer Hersteller ESS MODERN AG, der sich an der Gesellschaft beteiligt hat. ESS Solutions soll Netzqualitätsmessungen und Standortbegehungen durchführen sowie die Installation und Wartung der von ESS MODERN entwickelten Energieeffizienzsysteme koordinieren. Die Systeme sollen elektrische Infrastrukturen stabilisieren und den Stromverbrauch insbesondere in gewerblich, industriell und kommunal genutzten Gebäuden reduzieren. Von Rostock aus will das Unternehmen zudem ein bundesweites Netzwerk aus Elektromeisterbetrieben aufbauen. Die Partner sollen unter anderem für Netzqualitätsmessungen und die Installation der Anlagen geschult werden. Weitere Schulungsbereiche sind Arbeiten unter Spannung und die Erneuerung von Niederspannungshauptverteilungen. ESS Solutions übernimmt diese operativen Leistungen nach eigenen Angaben exklusiv für ESS MODERN in Deutschland. Angaben zur Höhe der Beteiligung des Schweizer Unternehmens oder zur Zahl der Mitarbeiter am neuen Standort wurden nicht gemacht.
Berlin: GdW warnt vor Kürzungen bei Förderung von Mehrfamilienhäusern
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW fordert Änderungen an den Förderbedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Berechnungen des Verbands sinkt die förderfähige Kostenbasis für einzelne Sanierungsmaßnahmen bei einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen von bislang 360.000 Euro auf 153.000 Euro. Das entspricht einem Rückgang um 57,5 Prozent. Nach Einschätzung des GdW trifft die Kürzung größere Mehrfamilienhäuser besonders stark. Der Verband befürchtet, dass Wohnungsunternehmen dadurch energetische Sanierungen verschieben und insbesondere einzelne Maßnahmen an Gebäudehülle und Gebäudetechnik seltener umsetzen könnten. Änderungsbedarf sieht der GdW auch beim Bonus für serielles Sanieren. Dieser gilt derzeit nicht für Sanierungen auf den Standard Effizienzhaus 85. Der Verband fordert, diesen Standard einzubeziehen und verweist auf eine eigene europaweite Rahmenausschreibung für serielles Sanieren, die Effizienzhaus 85 berücksichtigt. Der GdW verlangt vom Bund, die Kürzung der förderfähigen Kosten bei Mehrfamilienhäusern zurückzunehmen und die Förderung stärker an der erreichbaren CO₂-Minderung und den Kosten der Maßnahmen auszurichten.
Stuttgart: Stimmung am Private-Debt-Markt bleibt weitgehend stabil
Die Stimmung am internationalen Private-Debt-Markt hat sich im zweiten Halbjahr 2026 kaum verändert. Der BF.Private Debt Market Sentiment Index liegt bei 59,7 Punkten nach 60,1 Punkten im ersten Halbjahr und damit weiterhin über der neutralen Marke von 50. Das geht aus dem aktuellen BF.Private Debt Market Compass von BF.capital hervor. Die Finanzierungskonditionen haben sich der Befragung zufolge zuletzt stärker zugunsten der Kreditgeber entwickelt. Die befragten General Partner rechnen damit, dass sich dieser Trend in den kommenden sechs Monaten fortsetzt. Die Verschuldungsgrade in den Segmenten Corporate Direct Lending, Real Estate Debt und Infrastructure Debt bewegen sich laut BF.capital weiterhin überwiegend auf moderatem Niveau. Bei den Kapitalzusagen institutioneller Investoren meldeten 59 Prozent der Befragten im vergangenen Halbjahr steigende Commitments, nach 64 Prozent in der vorherigen Erhebung. Für die kommenden sechs Monate erwarten 62 Prozent einen weiteren Anstieg. Im ersten Halbjahr waren es noch 71 Prozent. Re-up-Quoten von mehr als 40 Prozent melden knapp 87 Prozent der Teilnehmer im Corporate Direct Lending, 80 Prozent bei Real Estate Debt und 78 Prozent bei Infrastructure Debt. Die Kreditqualität blieb überwiegend stabil. Bei 75 Prozent der Befragten veränderte sich der Anteil notleidender oder leistungsgestörter Kredite in den vergangenen sechs Monaten nicht; im ersten Halbjahr waren es 85 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Befragten, die für die kommenden sechs Monate einen deutlichen Anstieg der Ausfallraten erwarten, von 1,6 auf 6,6 Prozent.
Akquisitionsfinanzierungen bilden nach Angaben von BF.capital weiterhin einen wesentlichen Teil des Geschäfts. Daneben gewinnen Finanzierungen für Wachstum, Expansion und strategische Kapitalallokation an Bedeutung. Restrukturierungs- und Distressed-Finanzierungen spielen der Erhebung zufolge bislang eine untergeordnete Rolle.
Berlin: Holzindustrie fordert flexiblere Vergaberegeln für serielles Bauen
Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) fordert eine Lockerung der Losvergabe bei öffentlichen Wohnungsbauprojekten. Die geltenden Vergaberegeln erschwerten gewerkeübergreifende Ausschreibungen und damit den Einsatz serieller und modularer Bauweisen, argumentiert der Verband. Die grundsätzliche Aufteilung öffentlicher Aufträge in Lose zum Schutz mittelständischer Unternehmen solle dabei erhalten bleiben. Nach einer HDH-Auswertung auf Basis der Baugenehmigungszahlen 2025 des Statistischen Bundesamtes werden bislang neun Prozent der mehrgeschossigen Wohngebäude seriell oder modular vorgefertigt. Rund 85 Prozent dieser Gebäude entfallen nach Verbandsangaben auf den Holzfertigbau. Der HDH sieht insbesondere in der getrennten Ausschreibung einzelner Gewerke ein Hindernis für den Holzfertigbau. Bei seriellen und modularen Verfahren werden Bauteile bis hin zu kompletten Raummodulen bereits im Werk gefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Dafür seien gewerkeübergreifende Vergaben erforderlich. Der Bund hat das Vergaberecht zuletzt novelliert, die Regelungen zur Losvergabe im Wohnungsbau jedoch nicht entsprechend flexibilisiert. Der HDH fordert deshalb weitere Änderungen, um serielle und modulare Bauverfahren bei öffentlichen Ausschreibungen stärker berücksichtigen zu können.
München: Rosewood führt Ranking für Longevity-Hotels an
Das Rosewood Munich belegt den ersten Platz in einem neuen Ranking von LNGVTY zu Longevity-Angeboten in Münchner Hotels. Das Münchner Start-up hat dafür nach eigenen Angaben mehr als 450 Beherbergungsbetriebe untersucht. Auf den weiteren Plätzen folgen The Charles Hotel, Andaz München Schwabinger Tor, The Westin Grand München und der Bayerische Hof. Für die Vorauswahl wertete LNGVTY Kriterien rund um Schlaf, Regeneration, Bewegung und Ernährung aus. 26 Häuser kamen in die engere Auswahl, 13 wurden anschließend anhand öffentlicher Gästebewertungen und recherchierter Daten detaillierter bewertet. Berücksichtigt wurden unter anderem Matratzen und Schalldämmung, Größe und Nutzbarkeit von Pools sowie die Öffnungszeiten von Fitnessbereichen. Das Rosewood erreichte nach Angaben von LNGVTY in nahezu allen untersuchten Kategorien hohe Werte. Das The Charles Hotel schnitt insbesondere bei Schlaf und Ruhe gut ab, während das Andaz München Schwabinger Tor bei den Sport- und Wellnessangeboten punktete. LNGVTY sieht insbesondere rund um die Uhr zugängliche Fitnessbereiche und für sportliches Schwimmen geeignete Pools als Unterscheidungsmerkmale der untersuchten Häuser. Außerhalb des Rankings bewertet LNGVTY den Koenigshof mit seinem im März 2026 eröffneten MitoSphere Longevity Hub. Dort werden unter anderem Kryotherapie und hyperbare Sauerstofftherapie angeboten. Wegen der nach Einschätzung des Unternehmens noch nicht ausreichenden Zahl an Gästebewertungen wurde das Angebot nicht in die Rangliste aufgenommen.
Berlin: Zinshausumsatz steigt 2025 auf 19,2 Milliarden Euro
Das Transaktionsvolumen in den 50 wichtigsten deutschen Zinshausmärkten ist 2025 um rund acht Prozent auf 19,2 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Kauffälle gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent auf 12.603. Das geht aus dem Zinshaus-Marktbericht Deutschland 2026/2027 von Michael Schick Immobilien hervor. Größter Einzelmarkt blieb Berlin mit einem Transaktionsvolumen von 3,84 Milliarden Euro und damit rund 20 Prozent des untersuchten Gesamtmarktes. Die Zahl der Transaktionen stieg dort um 23 Prozent auf 834. Auf Hamburg entfielen neun Prozent und auf München sieben Prozent des Umsatzes. Insgesamt kamen die A-Städte auf 54 Prozent des Transaktionsvolumens, B-Städte auf 25 Prozent sowie C- und D-Städte auf 13 beziehungsweise acht Prozent. Die Kaufpreise stabilisierten sich 2025 nach den deutlichen Korrekturen der Vorjahre. Im Durchschnitt der untersuchten Märkte erhöhten sich die Quadratmeterpreise für Mehrfamilienhäuser um rund drei Prozent und für Wohn- und Geschäftshäuser um vier Prozent. In den Top-7-Städten lag der Anstieg bei durchschnittlich neun Prozent. Für das zweite Quartal 2026 zeigen die verfügbaren Daten weiterhin unterschiedliche Entwicklungen. In Berlin lag der mittlere Kaufpreis für Mehrfamilien- sowie Wohn- und Geschäftshäuser mit 2.177 Euro je Quadratmeter nahezu auf Vorjahresniveau. In Hamburg stieg der Wert für Mehrfamilienhäuser um rund sieben Prozent auf 3.456 Euro. Der GREIX-Index für die betrachteten Großstädte ging dagegen um rund drei Prozent auf etwa 2.800 Euro je Quadratmeter zurück.
Die Angebotsmieten für neu vermietete Bestandswohnungen erhöhten sich im ersten Halbjahr 2026 über die untersuchten Städtekategorien hinweg im Mittel um rund drei Prozent. In den A-Städten lagen sie bei durchschnittlich 15,41 Euro je Quadratmeter.
Berlin: Drees & Sommer mietet 7.600 Quadratmeter in der Europacity
Drees & Sommer hat rund 7.600 Quadratmeter Bürofläche im Track Central Line in der Berliner Europacity angemietet. Das Unternehmen wird eines der neun Gebäude des Bürokomplexes im Quartier Heidestraße als alleiniger Mieter beziehen. Angaben zur Laufzeit und zu den wirtschaftlichen Konditionen des Mietvertrags wurden nicht gemacht. Am neuen Standort will Drees & Sommer seine bislang rund 500 Berliner Mitarbeiter zusammenführen. Das Beratungsunternehmen war bereits an der Entwicklung des Quartiers Heidestraße beteiligt. Das Track Central Line gehört Fonds, die von Oaktree Capital Management verwaltet werden, und wird von Montibus Asset Management betreut. Der Komplex besteht aus neun Bürogebäuden und ist sowohl für Einzel- als auch Mehrfachvermietungen konzipiert. Er liegt in der Europacity nahe dem Berliner Hauptbahnhof.
Hamburg: THE EMBASSIES eröffnet ersten Standort mit Serviced Apartments im Hindenburghaus
THE EMBASSIES eröffnet seinen ersten Standort im Hamburger Hindenburghaus. Das Unternehmen hat mit der Quest Development GmbH als Eigentümerin einen langfristigen Pachtvertrag über Flächen im Gebäude am Großen Burstah 29–31 geschlossen. Vorgesehen ist eine Kombination aus Serviced Apartments, Private Members Club sowie öffentlich zugänglichen Flächen. Die Eröffnung ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Die Apartments sollen zwischen 40 und 90 Quadratmeter groß sein. Hinzu kommt ein rund 1.200 Quadratmeter großer Private Members Club mit Lounge, Co-Working-Flächen, Bar, Wellness- und Saunabereich. Im Erdgeschoss sind ein öffentlich zugängliches Café und ein Concept Store vorgesehen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen in der zweiten Lebenshälfte. THE EMBASSIES hat zunächst die für den ersten Standort benötigten Flächen gepachtet. Nach Angaben der Unternehmen sollen künftig weitere frei werdende Flächen im Hindenburghaus übernommen und das Konzept schrittweise erweitert werden. Das 1909 ursprünglich als Grandhotel errichtete Hindenburghaus liegt in der Hamburger Innenstadt nahe dem Rathaus. Historische Elemente des Gebäudes, darunter Treppengeländer, Kronleuchter und Teile der Raumgestaltung, sollen in die neue Nutzung integriert werden. Weitere Standorte von THE EMBASSIES sind nach Unternehmensangaben in Planung.
Düsseldorf: HIH Invest erwirbt Dreischeibenhaus
HIH Invest hat das Dreischeibenhaus in Düsseldorf gemeinsam mit institutionellen Investoren im Rahmen eines Club Deals erworben. Verkäufer ist die Familie Schwarz-Schütte, die als Co-Investor an der Investmentstruktur beteiligt bleibt. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Das denkmalgeschützte Bürohochhaus im Düsseldorfer Central Business District verfügt über 32.239 Quadratmeter Mietfläche, davon rund 29.800 Quadratmeter Bürofläche. Der Vermietungsstand liegt bei rund 96 Prozent. Zu den Mietern zählen unter anderem Hogan Lovells, Gleiss Lutz, DLA Piper, A&O Shearman, Kearney, JLL und die LGT Bank. Das 1960 fertiggestellte Dreischeibenhaus wurde 2014 von Schwarz-Schütte umfassend revitalisiert. Neben den Büroflächen umfasst die Immobilie Gastronomie-, Lager- und Archivflächen sowie 276 Stellplätze. Das Gebäude ist LEED-Gold-zertifiziert und soll langfristig im Bestand der Investmentstruktur gehalten werden. BNP war auf Verkäuferseite als Makler tätig. Ashurst übernahm die rechtliche und steuerliche Due Diligence, Drees & Sommer die technische und ESG-Prüfung.
Oer-Erkenschwick: Vivawest investiert knapp neun Millionen Euro in 60 Wohnungen
Vivawest hat die Modernisierung von 60 Wohnungen in 24 Mehrfamilienhäusern in Oer-Erkenschwick abgeschlossen. In den zweiten Bauabschnitt der Quartiersmodernisierung an Wiechertstraße, Zillestraße und Wilhelm-Busch-Straße investierte das Wohnungsunternehmen knapp neun Millionen Euro. Die seit Dezember 2024 laufenden Arbeiten umfassten unter anderem den Austausch der bisherigen Heizungen gegen Luft-Wasser-Wärmepumpen sowie Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Zudem wurden Dächer, Fassaden und Kellerdecken gedämmt und die Heizkörper erneuert. Nach Angaben von Vivawest sinken dadurch die Emissionen um rund 80 Prozent, die Gebäude verbessern sich von Energieeffizienzklasse H auf A. Daneben wurden bestehende Balkone saniert und teilweise erstmals Balkone angebaut. Auch Türen und Vordächer sowie Garagen, Zufahrten und Außenanlagen wurden erneuert. Ein Teil der Investitionen wird über Fördermittel finanziert. Im Zuge der Modernisierung werden 24 der bislang frei finanzierten 60 Wohnungen langfristig mietpreisgebunden. Vivawest bewirtschaftet in Oer-Erkenschwick insgesamt mehr als 1.500 Wohnungen. In der Mozartstraße und Richard-Wagner-Straße werden derzeit weitere 76 Wohnungen auf Luft-Wasser-Wärmepumpen umgestellt und instandgesetzt.
Wuppertal: Vengrove kauft Logistikimmobilie für 14,7 Millionen Euro
Vengrove hat für seinen Investmentvehikel VRE Evergreen Logistics Partners (VREELP) eine Logistikimmobilie in Wuppertal für 14,7 Millionen Euro erworben. Verkäufer ist ein institutioneller Eigentümer. Die Immobilie umfasst 6.026 Quadratmeter und ist an Deutsche Post Immobilien vermietet. Das 2015 errichtete Logistikgebäude verfügt über 59 Verladetore und wird als automatisiertes Paketverteilzentrum für Wuppertal und die umliegende Region genutzt. Zur Ausstattung gehören Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das Objekt liegt an der A1 und ist zudem an die A43, A46 und A535 angebunden. Für Vengrove ist es innerhalb von zwei Monaten der zweite Ankauf in der Rhein-Ruhr-Region. Bereits im Juli hatte der Investmentmanager eine 16.571 Quadratmeter große Logistikimmobilie in Leverkusen für 23,1 Millionen Euro erworben. Damit summieren sich die beiden Investments auf 37,8 Millionen Euro und 22.597 Quadratmeter. VREELP investiert in Light-Industrial- und Logistikimmobilien in deutschen, französischen und britischen Metropolregionen, Logistikkorridoren und an Verkehrsknotenpunkten. CBRE vermittelte die Transaktion.
Koblenz: Motel One eröffnet Hotel mit 177 Zimmern
Die Motel One Group hat ihr erstes Hotel in Koblenz eröffnet. Das Motel One Koblenz liegt an der Löhrstraße in der Innenstadt und verfügt über 177 Zimmer. Im fünften Obergeschoss befinden sich eine Lounge mit Bar und Frühstücksbereich sowie die Rooftop One Bar. Zum Hotel gehört außerdem eine Terrasse mit rund 76 Sitzplätzen. Ergänzt wird das Angebot durch Co-Working-Flächen und Meetingräume. Ein abtrennbarer Veranstaltungsraum kann auch von externen Nutzern angemietet werden. Das Gestaltungskonzept des Hotels nimmt den Zusammenfluss von Rhein und Mosel sowie die Landschaft der Region auf. Neben den Gästezimmern wurden auch Lobby, öffentliche Bereiche und Gastronomie entsprechend gestaltet. Mit dem neuen Haus ist Motel One erstmals in Koblenz vertreten.
Die Motel One Group hat ihr erstes Hotel in Koblenz eröffnet. Quelle: Motel One
Berlin: Junge Käufer finanzieren häufiger energetisch schwache Immobilien
Jüngere Immobilienkäufer finanzieren häufiger ältere Gebäude mit niedriger Energieeffizienz und kalkulieren dafür vergleichsweise oft Modernisierungskosten ein. Das zeigt eine Auswertung des deutschen Immobilienfinanzierungsmarktes durch Europace. Bei den unter 25-Jährigen entfallen 35,2 Prozent der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H. Bei den 26- bis 30-Jährigen sind es 32,3 Prozent und bei den 31- bis 36-Jährigen 31,2 Prozent. Gleichzeitig steigt mit dem Alter der Anteil besonders energieeffizienter Objekte. Immobilien der Klassen A+ und A machen bei den unter 25-Jährigen 10,9 Prozent aus, bei den 26- bis 30-Jährigen 16,1 Prozent und bei den 31- bis 36-Jährigen 18,7 Prozent. Die Finanzierungssumme erhöht sich im Median von rund 251.000 Euro in der jüngsten Gruppe auf rund 333.000 Euro bei den 31- bis 36-Jährigen. Die Daten belegen allerdings keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Budget und Energieeffizienz. Rund jeder dritte Immobilienkauf der bis 36-Jährigen enthält ein Modernisierungsbudget. Die vorgesehenen Beträge liegen im Median zwischen rund 40.000 und 48.000 Euro. Besonders hoch ist der Anteil bei Gebäuden der Energieklasse H: Hier sehen 63 bis 64 Prozent der Finanzierungen ein entsprechendes Budget vor. Erfasst wird allerdings nur der im Finanzierungswunsch eingeplante Betrag, nicht die spätere Umsetzung der Arbeiten. Deutlich sind auch die Preisunterschiede zwischen den Energieklassen. Der Median reicht von rund 3.919 Euro je Quadratmeter bei A+ bis 1.877 Euro bei H. Europace weist darauf hin, dass daraus kein isolierter Preiseffekt der Energieeffizienz abgeleitet werden kann, da sich die Objekte unter anderem hinsichtlich Baujahr, Fläche, Lage und Gebäudeart unterscheiden. Eine ergänzende Auswertung der VALUE AG deutet zudem auf einen möglichen Preiseffekt durch Hitzeexposition hin. Bei Häusern lag das relative Preisniveau gegenüber 2021 je Standardabweichung der Hitzeexposition – entsprechend rund neun zusätzlichen Hitzetagen pro Jahr – um etwa 1,4 Prozent niedriger. Die Analyse beschreibt einen Zusammenhang mit der Lage und nicht mit der Energieeffizienzklasse.
Frankfurt am Main: GWH erhält 200 Millionen Euro von EIB für Neubau und Sanierung
Die GWH Wohnungsgesellschaft hat mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) eine langfristige Finanzierung über 200 Millionen Euro vereinbart. Die Mittel sollen in den Neubau von Wohnungen und die energetische Modernisierung des Bestands fließen. Insgesamt will die GWH damit Investitionen von mehr als 447 Millionen Euro umsetzen. Rund 90 Millionen Euro des EIB-Darlehens sind für Neubauprojekte mit insgesamt 550 Wohnungen vorgesehen. Weitere 110 Millionen Euro sollen in die energetische Modernisierung von rund 5.000 Bestandswohnungen fließen. Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt nach Angaben der Unternehmen auf Wachstumsregionen wie dem Rhein-Main-Gebiet und auf Wohnangeboten für Haushalte mit mittleren und niedrigeren Einkommen. Zu den Bestandsprojekten gehört die Henri-Dunant-Siedlung in Frankfurt-Sossenheim, die seit 2021 energetisch modernisiert wird. Seit Herbst 2024 wird das Quartier über eine neue Nahwärmezentrale versorgt. Die Wärme wird nach Angaben der GWH überwiegend mittels Kraft-Wärme-Kopplung aus Biomethan erzeugt. Weitere energetische Maßnahmen sind vorgesehen. Die Finanzierung ist Teil der europäischen Wohnraumoffensive der EIB-Gruppe. Diese will ihr jährliches Finanzierungsvolumen für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum europaweit auf rund sechs Milliarden Euro verdoppeln. In Deutschland hat die EIB-Gruppe nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 7,2 Milliarden Euro für Wohnungsfinanzierungen bereitgestellt.
Berlin: TTI investiert rund 50 Millionen Euro in Wohnbestand und Projektentwicklungen
Die Berliner TTI Gruppe hat mehrere Wohn- und Entwicklungsimmobilien in Berlin erworben und weitere Projekte gestartet. Das Gesamtvolumen der Transaktionen und laufenden Vorhaben beziffert das Unternehmen auf rund 50 Millionen Euro. Am Moritzplatz in Kreuzberg hat TTI ein Portfolio aus drei Objekten mit 35 bestehenden Wohnungen gekauft. Zusätzlich sieht das Unternehmen Potenzial für sechs Wohnungen durch Dachgeschossausbauten. Das Projektvolumen gibt TTI mit rund 16 Millionen Euro an. In Charlottenburg kam ein Objekt an der Leibnizstraße mit 21 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie 14 Stellplätzen hinzu. Für eine weitere Projektentwicklung in der City West hat das Unternehmen ein Grundstück erworben. Vorgesehen ist dort ein gemischt genutzter Neubau mit rund 3.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und einem Projektvolumen von mehr als 25 Millionen Euro. Angaben zum genauen Standort und zum geplanten Nutzungsmix macht TTI bislang nicht. Bereits im Bau befindet sich ein Wohnprojekt in Spandau mit 35 Wohnungen. Das Investitionsvolumen liegt nach Unternehmensangaben bei rund 8,5 Millionen Euro. TTI will weitere Wohn- und Entwicklungsimmobilien in Berlin erwerben und sich dabei auf innerstädtische Lagen und Nachverdichtungen konzentrieren.
Berlin: Schinkel-Wettbewerb sucht neue Konzepte für den Alexanderplatz
Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) hat den Schinkel-Wettbewerb 2027 ausgelobt. Unter dem Titel „Mythos Alexanderplatz“ sollen junge Planer Konzepte für den Alexanderplatz und die angrenzenden Stadträume entwickeln. Im Mittelpunkt stehen unter anderem neue Nutzungen, eine bessere Vernetzung mit den umliegenden Quartieren, Klimaanpassung und die Neuordnung von Verkehrsflächen. Der Wettbewerb umfasst sechs Fachsparten: Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, konstruktiver Ingenieurbau, Mobilitäts- und Verkehrsplanung sowie Freie Kunst. Für das Haus der Elektroindustrie werden beispielsweise Konzepte für einen Nutzungsmix aus kommerziellen, öffentlichen, kulturellen, sozialen sowie Wohn- und Arbeitsangeboten gesucht. In der Verkehrsplanung ist eine Reduzierung der Flächen für den motorisierten Individualverkehr um rund 50 Prozent Ausgangspunkt der Aufgabe. Ein weiterer Schwerpunkt ist die historische Waisenbrücke. Für sie sollen Entwürfe für eine neue Fuß- und Radverbindung über die Spree entstehen. In der Landschaftsarchitektur geht es unter anderem um Entsiegelung, Begrünung, Regenwassermanagement und die Verbesserung des Mikroklimas. Teilnehmen können Studierende und Absolventen verschiedener Planungsdisziplinen sowie Künstler, die zum Abgabetermin höchstens 35 Jahre alt sind. Für die Preise stehen voraussichtlich bis zu 30.000 Euro zur Verfügung. Je Fachsparte kann ein mit 3.000 Euro dotierter Schinkelpreis vergeben werden. Die Anmeldung läuft bis zum 25. Januar 2027, die Wettbewerbsarbeiten müssen bis zum 8. Februar eingereicht werden. Die Preisverleihung ist für den 13. März 2027 vorgesehen.
Berlin: BiB veröffentlicht Leitfaden zur Denkmal-AfA
Der Verband für Bauen im Bestand (BiB) hat einen Praxisleitfaden zur steuerlichen Förderung bei der Sanierung von Baudenkmalen veröffentlicht. Er richtet sich unter anderem an Eigentümer, Projektentwickler, Architekten und Fachplaner und erläutert die Voraussetzungen und Verfahrensschritte für die Inanspruchnahme der Denkmal-AfA. Im Mittelpunkt stehen die erhöhten Abschreibungsmöglichkeiten nach Paragraf 7i Einkommensteuergesetz sowie die Regelungen für Gebäude in Sanierungsgebieten nach Paragraf 7h. Bei Baudenkmalen können begünstigte Aufwendungen im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren mit jeweils bis zu neun Prozent sowie anschließend vier Jahre lang mit jeweils bis zu sieben Prozent abgeschrieben werden. Eine wesentliche Voraussetzung ist die Abstimmung der geplanten Maßnahmen mit der zuständigen Denkmalbehörde vor Baubeginn. Eine Baugenehmigung allein reicht für die steuerliche Anerkennung nicht aus. Auch nachträgliche Änderungen während der Bauausführung können dazu führen, dass einzelne Aufwendungen nicht bescheinigt werden. Der Leitfaden behandelt zudem die Abgrenzung von Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen sowie den Umgang mit Baunebenkosten, neuen Gebäudeteilen, Außenanlagen, Photovoltaikanlagen und Wohnungseigentümergemeinschaften. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Maßnahmen zur Anpassung eines Denkmals an heutige Wohn- oder Arbeitsanforderungen steuerlich berücksichtigt werden.
Stuttgart: Geopolitische Risiken trüben Erwartungen am Immobilien-Investmentmarkt
Die geopolitischen Unsicherheiten belasten nach Einschätzung von Asset und Investment Managern die weitere Erholung des deutschen Immobilien-Investmentmarktes. In einer Umfrage der Real Blue Kapitalverwaltungs-GmbH bewerten 76 Prozent der Befragten die Auswirkungen der Situation im Nahen Osten als negativ oder eher negativ. Lediglich drei Prozent rechnen mit positiven Effekten. Besonders stark sind die Erwartungen an die Zinsentwicklung betroffen. Rund 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank deutlich verzögern, weitere 15 Prozent erwarten zumindest leichte Verzögerungen. Als größte Risiken für die Immobilienwirtschaft werden steigende Energiepreise mit 76 Prozent und eine höhere Inflation mit 73 Prozent genannt. Jeweils knapp zwei Drittel sehen zudem schlechtere Finanzierungsbedingungen und ein schwächeres Wirtschaftswachstum als Risiken. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnen 55 Prozent mit einem rückläufigen Transaktionsvolumen, ein Drittel erwartet eine weitgehend stabile Entwicklung. Nur zwölf Prozent gehen von einem leichten Anstieg aus. Eine Normalisierung der Marktstimmung innerhalb der kommenden sechs Monate erwarten 18 Prozent, innerhalb eines Jahres weitere 30 Prozent. Deutliche Unterschiede sehen die Befragten zwischen den Nutzungsarten. 85 Prozent stufen Wohnen als besonders resilient ein. Es folgen lebensmittelgeankerter Einzelhandel mit 42 Prozent, Logistik mit 39 Prozent sowie Gesundheits-, Infrastruktur- und Energieimmobilien mit jeweils 36 Prozent. An der Befragung von Real Blue nahmen zwischen Ende Juli und Ende August 2026 insgesamt 33 Institutionen teil. Die Zinsentwicklung bleibt für 30 Prozent der Befragten der wichtigste Einflussfaktor für den deutschen Immobilienmarkt in den kommenden zwölf Monaten, vor Wirtschaftswachstum mit 24 Prozent und geopolitischen Krisen mit 15 Prozent.
Niedenstein: REBA plant Mehrfamilienhaus mit acht Eigentumswohnungen
Die REBA Immobilien AG plant in Niedenstein bei Kassel ein Mehrfamilienhaus mit acht Eigentumswohnungen. Das Projekt am Lupinenweg 24 umfasst insgesamt rund 692 Quadratmeter Wohnfläche und befindet sich derzeit in der Planungs- und Vorbereitungsphase. Vorgesehen sind Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 47 und 107 Quadratmetern. Jede Einheit soll einen Kellerraum und einen Pkw-Stellplatz erhalten. Das Gebäude soll als KfW-Effizienzhaus 55 errichtet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. REBA Immobilien tritt als Bauträger auf, die bauliche Ausführung soll die REBA Immobilien GmbH übernehmen. Angaben zum geplanten Baustart, zur Fertigstellung und zum Investitionsvolumen machte das Unternehmen nicht.
Berlin: BVG mietet rund 39.400 Quadratmeter im RE(O-Campus
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben rund 39.419 Quadratmeter im RE(O-Campus in Berlin-Lichtenberg gemietet und wollen dort ihren Hauptsitz ansiedeln. Der Mietvertrag läuft über 25 Jahre. Nach Angaben des Eigentümers IREIT Global handelt es sich gemessen an der Fläche um die bislang größte Bürovermietung in Deutschland im Jahr 2026 und die größte in Berlin seit 2020. Mit dem Abschluss und weiteren jüngsten Vermietungen soll die Auslastung des Campus von rund 25 auf etwa 75 Prozent steigen. Rund 18.000 Quadratmeter sind noch verfügbar. Zuvor hatte IREIT bereits langfristige Mietverträge mit Premier Inn und Stayery für den Standort nahe dem Bahnhof Ostkreuz geschlossen. Die Neupositionierung des RE(O-Campus läuft seit August 2025. Vorgesehen ist ein gemischt genutztes Quartier mit Büroflächen, Hotels, Gastronomie sowie Freizeit- und Serviceangeboten. Kintyre ist als Projektentwicklungsmanager und Vertreter von IREIT tätig. Durch den BVG-Abschluss steigt die vertraglich gesicherte Vermietungsquote des gesamten IREIT-Portfolios nach Unternehmensangaben von 81,5 auf 90,8 Prozent. Die gewichtete durchschnittliche Mietvertragslaufzeit erhöht sich von 6,7 auf 10,2 Jahre.
Köln: Centralis kauft zwei Hotels für 233 Serviced Apartments
Die Centralis Immobilien Gruppe hat zwei bislang als Hotels genutzte Immobilien am Kölner Hauptbahnhof erworben und will sie in insgesamt 233 Serviced Apartments umwandeln. Verkäufer der Objekte am Breslauer Platz 2 und an der Domstraße 10 ist eine französische Versicherung. Zum Kaufpreis machte Centralis keine Angaben. Im ehemaligen Wyndham Köln am Breslauer Platz 2 sind nach einer Sanierung 134 Serviced Apartments sowie Gastronomieflächen im Erdgeschoss vorgesehen. Das Gebäude umfasst eine geplante Mietfläche von rund 4.900 Quadratmetern. Das bisherige TRYP Köln City Centre an der Domstraße 10 soll zu 99 Serviced Apartments umgebaut werden. Die Mietfläche beträgt rund 2.700 Quadratmeter, hinzu kommen 15 Tiefgaragenstellplätze. Für beide Häuser hat Centralis langfristige Betreiberverträge mit Bob W geschlossen. Die Generalplanung und bauliche Umsetzung übernimmt apoprojekt als Generalübernehmer. JLL und Cushman & Wakefield haben die Transaktion gemeinsam vermittelt.
Berlin: All3 bringt KI und Robotik in ZIA-Verbandsarbeit ein
Das Bautechnologieunternehmen All3 Construction Germany ist dem ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss beigetreten. Seit August 2026 arbeitet das Unternehmen unter anderem im Ausschuss Bauen sowie in weiteren Arbeitsgruppen des Immobilienverbands mit. All3 will dort seine Erfahrungen mit KI-gestützter Planung, automatisierter Vorfertigung und Robotik einbringen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der Wohnungsneubau stärker industrialisieren und die Produktivität im Bauprozess erhöhen lässt. Das Unternehmen entwickelt Technologien für den Mehrfamilienhausbau in Holzhybridbauweise. Dabei kombiniert All3 KI-basierte Planung mit einer zellenbasierten industriellen Vorfertigung und robotischer Montage. Bereits Anfang 2026 war All3 für das Innovationsradar des ZIA ausgewählt worden. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben über seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, rund 37.000 Unternehmen der Immobilienwirtschaft.
Freiburg: IREMIS kauft Novotel und vermietet langfristig an Scandic
IREMIS hat für den IREMIS Hotel Immobilienfonds I das Novotel Freiburg am Konzerthaus von Deka Immobilien erworben. Das Hotel mit 219 Zimmern soll 2027 umfassend saniert und anschließend von Scandic Hotels betrieben werden. Mit dem Betreiber wurde ein langfristiger Mietvertrag geschlossen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Das Hotel verfügt neben den Zimmern über Restaurant, Bar, Tagungsflächen sowie einen Wellness- und Spa-Bereich. Es liegt am Konzerthaus unweit der Freiburger Altstadt. Im Zuge der Sanierung soll die Immobilie modernisiert und energetisch weiterentwickelt werden. Die Wiedereröffnung unter der Marke Scandic ist für Herbst 2027 vorgesehen. Für Scandic ist Freiburg ein neuer Standort in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das deutsche Portfolio derzeit zwölf Hotels, die entweder bereits in Betrieb oder in Entwicklung sind. Für den IREMIS Hotel Immobilienfonds I ist Freiburg nach dem Erwerb und der Neupositionierung des Barceló Dresden Newa die zweite Investition.


