Der am Grundstücksmarkt erzielte Geldumsatz stieg 2025 leicht auf rund 524 Millionen Euro und lag damit knapp über dem Vorjahreswert. Das Niveau der vergangenen Dekade wurde allerdings weiterhin deutlich verfehlt. Für 2026 erwartet Aengevelt eine weitere Marktbelebung und prognostiziert einen Geldumsatz von rund 600 Millionen Euro.
Besonders stark präsentierte sich der Markt für Wohn- und Teileigentum. Das Transaktionsvolumen stieg binnen eines Jahres um 49 Prozent auf rund 239 Millionen Euro und erreichte damit den vierthöchsten Wert seit der Jahrtausendwende. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Kauffälle um 34 Prozent auf 1.370 Abschlüsse. Auch die Kaufpreise legten zu: Mit durchschnittlich rund 175.000 Euro pro Verkauf wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Nach Einschätzung von Aengevelt dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Steigende Baukosten, rückläufige Baugenehmigungen und ein begrenztes Angebot sprechen dafür, dass sowohl Miet- als auch Kaufpreise weiter unter Aufwärtsdruck bleiben.
Eine Auswertung von ImmoScout24 zu den Angebotsmieten für Bestandswohnungen im ersten Quartal 2026 zeigt, dass die Großstädte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiterhin zu den vergleichsweise günstigen Wohnungsmärkten Deutschlands zählen. Besonders Sachsen-Anhalt sticht hervor: Magdeburg erreicht mit 7,39 Euro pro Quadratmeter den drittniedrigsten Wert unter allen 71 untersuchten kreisfreien Großstädten. Auch Halle (Saale) gehört mit 7,71 Euro pro Quadratmeter zu den 15 günstigsten Großstädten bundesweit. In Sachsen weist Chemnitz mit 6,27 Euro pro Quadratmeter sogar die niedrigste Angebotsmiete Deutschlands auf. Leipzig bleibt trotz seines Wachstums mit 8,90 Euro pro Quadratmeter ebenfalls unter der Marke von zehn Euro pro Quadratmeter.
Transaktionsvolumen sinkt um 22 Prozent
Ein anderes Bild zeigt die Lage am Investmentmarkt dar. Hier sank das Transaktionsvolumen 2025 um 22 Prozent auf rund 181 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Gewerbeinvestments aus, deren Umsatz um 68 Prozent auf rund 46 Millionen Euro zurückging. Demgegenüber legten Wohninvestments deutlich zu. Mit einem Umsatzplus von 55 Prozent auf rund 135 Millionen Euro erreichte dieses Segment wieder nahezu das durchschnittliche Niveau der vergangenen zehn Jahre. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Investoren derzeit stärker auf Wohnimmobilien setzen, während sich der Gewerbeinvestmentmarkt noch in einer Anpassungsphase befindet.
Gleichzeitig bleibt Magdeburg aus Renditesicht attraktiv. Die Spitzenrenditen haben sich nach den starken Anpassungen der vergangenen Jahre weitgehend stabilisiert. Für erstklassige Büroimmobilien liegen sie bei rund 5,3 Prozent, für Logistikobjekte bei 5,7 Prozent und für Wohninvestments bei 4,2 Prozent. Nach Einschätzung von Aengevelt bietet die Landeshauptstadt damit weiterhin ein vergleichsweise attraktives Renditeumfeld. Für 2026 rechnet das Research-Team mit weiteren moderaten Renditeanstiegen und sieht insbesondere für eigenkapitalstarke Investoren weiterhin interessante Anlagemöglichkeiten am Standort.
Büromarkt mit rückläufiger Angebotsreserve
Der Büroflächenumsatz erreichte 2025 rund 18.800 Quadratmeter und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert. Maßgeblich dafür waren mehrere großflächige Vermietungen im ersten Halbjahr. Für 2026 erwartet Aengevelt einen weitgehend konstanten Flächenumsatz von rund 18.000 Quadratmetern. Das Marktgeschehen wird dabei überwiegend von kleineren und mittleren Flächengesuchen geprägt, während Großabschlüsse weiterhin eine wichtige Rolle für das Jahresergebnis spielen.
Bemerkenswert bleibt die Entwicklung des Flächenangebots. Die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und liegt aktuell bei rund 52.000 Quadratmetern, was einer Leerstandsquote von lediglich 4,8 Prozent entspricht. Damit verfügt Magdeburg im Vergleich zu vielen anderen deutschen Büromärkten weiterhin über ein begrenztes Angebot. Für Ende 2026 rechnet Aengevelt allerdings erstmals wieder mit einem leichten Anstieg der verfügbaren Flächen. Hintergrund sind unter anderem Flächenoptimierungen bestehender Nutzer sowie veränderte Arbeitsplatzkonzepte, die zusätzliche Flächen auf den Markt bringen könnten.
Auf der Angebotsseite sorgte 2025 zudem für eine Ausnahmeerscheinung. Nach mehreren Jahren mit niedrigen Fertigstellungszahlen kamen rund 24.000 Quadratmeter neue Büroflächen auf den Markt. Einen wesentlichen Anteil daran hat das neue Verwaltungsgebäude der AOK Sachsen-Anhalt, das vollständig eigengenutzt wird. Für das laufende Jahr zeichnet sich dagegen erneut eine deutlich geringere Neubautätigkeit ab. Parallel dazu setzt sich der Anstieg der Büromieten fort. Die Spitzenmiete erhöhte sich innerhalb eines Jahres auf 15,20 Euro pro Quadratmeter, während auch die Durchschnittsmieten in den innerstädtischen Lagen zulegten. Vor allem moderne und energieeffiziente Flächen in zentralen Lagen bleiben gefragt. Vor diesem Hintergrund erwartet Aengevelt für 2026 einen weiteren moderaten Mietanstieg auf bis zu 16 Euro pro Quadratmeter. In künftigen Neubauprojekten in der Innenstadt seien perspektivisch sogar Spitzenmieten von bis zu 19 Euro pro Quadratmeter erreichbar.


