Dass sich die Entwicklung längst im Alltag der Menschen bemerkbar macht, zeigt auch die aktuelle Bürgerbeteiligung zur Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK). 61 Prozent der Teilnehmer nennen steigende Wohnkosten, Mieten und Wohnungsknappheit als ihre größte Sorge – kein anderes Thema erreicht einen höheren Wert.
Gleichzeitig sehen die Dresdner kaum Fortschritte auf dem Wohnungsmarkt. Nur 5,8 Prozent der Befragten freuen sich über dessen Entwicklung, lediglich 4,1 Prozent nennen attraktive Wohnungsneubauten als positive Veränderung. Deutlich häufiger werden die kulturelle Vielfalt (56 Prozent), die wohnortnahe Versorgung (42,2 Prozent) oder die wirtschaftliche Entwicklung (38,6 Prozent) positiv bewertet. Noch klarer fällt das Bild beim Blick nach vorn aus. 71,1 Prozent halten die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum für „sehr wichtig“, weitere 19,6 Prozent für „eher wichtig“. Damit sprechen sich mehr als neun von zehn Befragten für dieses Ziel aus. Auch die Förderung des sozialen Wohnungsbaus erreicht mit zusammen 80,9 Prozent Zustimmung einen Spitzenwert.
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung bestätigen nach Angaben der Stadt die bereits formulierten Entwicklungsziele. Als wichtigste Handlungsfelder wurden neben bezahlbarem Wohnraum der Ausbau einer zukunftsfähigen Mobilität, mehr Stadtgrün und Klimaanpassung, mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts sowie die Unterstützung von Familien und eine gute Gesundheitsversorgung identifiziert. Auch bei der Zukunftsvision der Stadt spielt das Thema Wohnen eine zentrale Rolle. Zu den beliebtesten Leitbildern zählten unter anderem „Dresden: bezahlbarer Wohnraum für ALLE“, „Dresden: Grüne Stadt mit viel Herz“ und „Dresden: Vom Verkehrsraum zum Lebensraum“. Daraus leitete die Stadt die Vision ab, Dresden zu einer sicheren, grünen und klimaneutralen Stadt zu entwickeln, die Innovation und Wandel gemeinsam mit ihren Bürgern gestaltet.
Insgesamt beteiligten sich rund 8.100 Menschen an der INSEK-Befragung und den begleitenden Beteiligungsformaten. 95 Prozent der Teilnehmer leben in Dresden, 83 Prozent gaben an, sehr gern oder eher gern in der Stadt zu leben. Die Ergebnisse fließen nun in die dritte Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ein und sollen außerdem in Fachplanungen wie den Dresdner Mobilitätsplan 2035+ einbezogen werden.
Die Entwicklung am Wohnungsmarkt dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen. Während die Reallöhne in Deutschland zwischen 2023 und 2025 laut Statistischem Bundesamt um 5,1 Prozent zunahmen, stiegen die Angebotsmieten in Dresden im selben Zeitraum um 18 Prozent. Die Kluft zwischen Einkommen und Wohnkosten wächst damit auch in der sächsischen Landeshauptstadt spürbar.


