Leipzig: Strukturwandel im Bürosegment, Rückenwind für Investments

Der Büromarkt zeigt trotz rückläufigem Flächenumsatz eine stabile Nachfrage nach modernen Flächen. Parallel gewinnt der Investmentmarkt wieder an Dynamik: Der Verkauf der Höfe am Brühl hebt das Transaktionsvolumen auf den höchsten Halbjahreswert seit 2022.

Der Flächenumsatz auf dem Leipziger Büromarkt belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 33.000 Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von gut 13 Prozent. Gleichzeitig legte der Umsatz mit modernen Büroflächen um knapp 19 Prozent zu. Auch die Zahl der registrierten Mietverträge ging mit weniger als acht Prozent nur leicht zurück. Nach Angaben von BNP Paribas Real Estate konzentriert sich die Nachfrage zunehmend auf hochwertige Büroflächen in zentralen Lagen. Größere Anmietungen bleiben dagegen selten, während ältere Bestandsobjekte außerhalb der Innenstadt zunehmend schwer zu vermarkten sind.

„Passend hierzu konnte in den ersten sechs Monaten bislang nur eine größere Vermietung registriert werden: Im Teilmarkt 3.5 Leipzig-West hat die öffentliche Hand im ersten Quartal rund 5.200 Quadratmeter Bürofläche angemietet. Als bedeutendster Abschluss der letzten drei Monate ist der Deal eines Dienstleistungsunternehmens über 4.300 Quadratmeter in der Cityrandzone Graphisches Viertel/Prager Straße zu nennen. Alle weiteren Deals innerhalb des Leipziger Marktgebiets fielen unter die 2.000-Quadratmeter-Marke“, erläutert Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Die Spitzenmiete blieb im ersten Halbjahr unverändert bei 21,00 Euro pro Quadratmeter. Auch die Durchschnittsmiete verharrte bei 13,50 Euro pro Quadratmeter. Dienstleistungsunternehmen stellten mit gut 51 Prozent den größten Anteil am Flächenumsatz und waren an fast jedem zweiten Mietvertragsabschluss beteiligt. Auf die öffentliche Verwaltung entfielen knapp 22 Prozent des Umsatzes, vor allem aufgrund der größten Anmietung des Halbjahres.

Der Leerstand stieg innerhalb eines Jahres um 26 Prozent auf 249.000 Quadratmeter. Die Leerstandsquote erhöhte sich von 4,9 auf 6,1 Prozent. Gleichzeitig schrumpft das Angebot an Neubauflächen weiter. Von den derzeit rund 39.000 Quadratmetern im Bau sind bereits 82 Prozent vorvermietet.

„Auf dem Leipziger Büromarkt hat sich der Strukturwandel, der bereits im vergangenen Jahr eingesetzt hat, weiter fortgesetzt. So drückt sich die Marktdynamik zwar nicht nachhaltig im Flächenumsatz aus, spiegelt sich aber in den kleineren und modernen Flächensegmenten wider. Dass sich die Zahl der Deals nahezu auf Vorjahresniveau bewegt, während das Vermietungsvolumen derzeit damit noch nicht Schritt halten kann, zeigt jedenfalls: Der Büromarkt der Messestadt ist keineswegs zum Stillstand gekommen“, so Hannes Baderschneider, Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Auch der Leipziger Investmentmarkt entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv. Das Transaktionsvolumen erreichte 278 Millionen Euro und damit den höchsten Halbjahreswert seit 2022. Ausschlaggebend war vor allem der Verkauf des Einkaufszentrums Höfe am Brühl im dreistelligen Millionenbereich. Dadurch entfielen bereits im ersten Quartal 209 Millionen Euro auf den Investmentmarkt. Im weiteren Jahresverlauf wurden überwiegend kleinere Transaktionen mit einem Volumen von weniger als zehn Millionen Euro registriert. Eine Ausnahme bildete der Verkauf eines Hotels im mittleren zweistelligen Millionenbereich im Rahmen eines Portfolioverkaufs. „Grund für das insgesamt sehr solide Abschneiden ist der starke Jahresauftakt mit 209 Millionen Euro. Hier war das Shoppingcenter Höfe am Brühl mit einem dreistelligen Millionenbetrag klarer Umsatztreiber. Im weiteren Jahresverlauf hat zwar die Transaktionsfrequenz nicht nachgelassen, jedoch kamen hauptsächlich nur Deals unter zehn Millionen Euro zum Abschluss. Die Veräußerung eines Hotels im mittleren zweistelligen Millionenbereich im Rahmen eines Portfolioverkaufs bildete hier jedoch eine Ausnahme“, sagt Stefan Sachse. Mit einem Marktanteil von 60 Prozent war der Einzelhandel die stärkste Assetklasse. Das Hotelsegment folgte mit einem Transaktionsvolumen von 50 Millionen Euro. Rund 76 Prozent des investierten Kapitals entfielen auf die Innenstadt und den Cityrand. Die Spitzenrenditen stiegen innerhalb eines Jahres weiter an. Für Geschäftshäuser liegen sie inzwischen bei 5,00 Prozent, für Logistikimmobilien bei 4,80 Prozent und für Premium-Büroobjekte bei 5,60 Prozent.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet BNP Paribas Real Estate eine Fortsetzung der Markterholung. „Vor dem Hintergrund einer leichten konjunkturellen Erholung und weiterhin robuster Nutzermärkte wird für die zweite Jahreshälfte mit einer moderaten Belebung des Marktgeschehens gerechnet. Sollten einige der laufenden größeren Vermarktungs- und Transaktionsprozesse erfolgreich umgesetzt werden, erscheint für das Gesamtjahr ein Investmentvolumen von über 500 Millionen Euro und damit eine Rückkehr auf das Niveau des Fünfjahresdurchschnitts realistisch“, so Hannes Baderschneider.

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